
King Lenz Baumgardt Trio //
Sa, 04.02.12
Beginn: 20:30 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
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Sie klingt wie eine Reinkarnation von Janis Joplin und wurde 2006 beim Deutschen Pop- und Rockfestival als beste Rhythm & Blues Sängerin ausgezeichnet. April King auf der Bühne zu erleben ist allein schon ein Naturereignis, das sich durch den Auftritt von “King-Lenz-Baumgardt-Trio“ noch potenziert. April King singt, seit sie zurückdenken kann, entschied sich jedoch ursprünglich für eine klassische Gesangsausbildung “so richtig mit Opernarien”, wie sie anschaulich demonstriert. Sehr bald entdeckte die wie Muhammad Ali in Louisville, Kentucky geborene Sängerin ihre Liebe zum Blues, fand über New York nach Deutschland und traf vor 12 Jahren in Frankfurt auf Matthias Baumgardt.
Als Jüngstes von sieben Kindern wurde er von den Nonnen im Kindergarten nicht mehr aufgenommen. Bis seine Geschwister mittags von der Schule heimkamen, vertrieb er sich die Zeit mit dem Abdudeln immer gleicher Schallplatten, von Mozarts kleiner Nachtmusik bis zu den Beatles. Schon als Siebenjähriger stand für ihn eine Musikerlaufbahn felsenfest, die er dann auch konsequent verfolgte. An der Gitarre ist er ein Phänomen, virtuos, treibend, er geht in die Tiefe und lotet aus und nutzt mit technischer Brillanz alle Möglichkeiten seines Instruments. Alle fühlen sich dem Blues besonders eng verbunden, ob soulig oder rockig. Weil er sich als Basis aller anderen Musikrichtungen wieder findet und deshalb in unendlichen Variationen ausgedrückt werden kann. Jeder für sich hat sich bereits in anderen Bereichen versucht wie Country, Gospel, Soul oder Hardrock. Vielleicht kommt daher die große Bandbreite ihres Repertoires, das neben Janis Joplin unter anderem von Led Zeppelin oder Jimi Hendrix geprägt ist. Mit ihrer ersten Eigenkomposition “Hold on tight” gewannen sie auf Anhieb den Deutschen Rock- und Poppreis. Die Kombination von April Kings faszinierend tiefer, rauchiger Röhre und Baumgardts Virtuosität, mit der er in mehreren Solopassagen glänzte, konnte niemanden kalt lassen. Klassiker wie “Piece of my heart” von Janis Joplin, Otis Reddings “I’ve been loving you too long”, “Don’t think twice” von Bob Dylan oder auch Hank Williams Countrysong “Mind your own business” holten die Besucher sehr schnell von ihren Plätzen und sorgten den ganzen Abend für eine Riesenstimmung.
Reiner Lenz, sicherlich einer der besten deutschen Bluesharpspieler, stieß vor einigen Jahren zu dem Duo und bereichert es durch seine einfühlsam – percussive Art des Spiels.
Drei kongeniale Musiker, die dem Publikum nichts schuldig bleiben außer der Tatsache, dass Zugaben mal ein Ende haben (müssen).

